REISE DURCH DEUTSCHLANDS NORDOSTEN

03. JUNI 2020 bis …

Als der Wetterbericht nach dem verregneten und kühlen Frühling endlich Sommerwetter versprach, überkam uns der Wunsch, wieder im MEXI auf Reisen zu gehen. Ein konkretes Reiseziel hatten wir nicht im Kopf, aber uns war klar, dass wir in Deutschland bleiben würden, da wir noch nicht vollständig gegen Corona geimpft waren. Die Reiserichtung wollten wir von der aktuellen Wettervorhersage am Abreisetag abhängig machen.

Unsere Reise sollte am 03. Juni, dem Fronleichnamstag 2021, losgehen. Es war genau der Tag, an dem sich nach einigen Tagen mit strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen Unwetter mit kräftigen Regenfällen, Gewittern, Hagelschauern und stürmischen Winden über weite Teile Deutschlands ausbreiten sollten. Allein der Nordosten sollte davon verschont bleiben. Damit war die Reiserichtung für uns klar. Da Mecklenburg-Vorpommern touristische Reisen von Einwohnern anderer Bundesländer erst ab 04. Juni 2021 erlaubte, beschlossen wir, erst einmal Lübeck anzusteuern und dann am nächsten Tag weiter gen Osten zu fahren. Vor der Abreise ließen wir uns erst nochmal auf Corona testen, um bei Bedarf ein aktuelles Schnelltestergebnis vorlegen zu können, dann ging die Reise am späteren Vormittag los.

Zunächst kamen wir auf der Autobahn gut voran, aber je mehr wir uns Hannover näherten desto dichter wurde der Verkehr. Da die Verkehrsnachrichten auch für die weitere Strecke keine Besserung erwarten ließen, verließen wir hinter Hannover die Autobahn, um weiter auf Landstraßen durch die Lüneburger Heide nach Lübeck zu fahren. Aber auch hier kam es bei Ortsdurchfahrten immer zu Staus. Wahrscheinlich war es der beginnende Berufsverkehr, denn in Niedersachsen ist der Fronleichnamstag ja kein Feiertag. Wir hatten bald genug davon und beschlossen, nicht mehr bis Lüneburg zu fahren, sondern uns schnellstmöglich einen Platz für die Nacht zu suchen. Die Wohnmobilstellplätze an der Strecke waren noch gesperrt. In Faßberg fanden wir den Hinweis, dass dies der Fall sei, weil die Gemeinden sich nicht in der Lage sehen, die Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln dort zu kontrollieren. Als Wohnmobilist solle man auf einen der nahegelegenen Campingplätze ausweichen. Wir kontaktierten den Campingplatz „Am Sonnenberg“ in Müden (Örtze) und erfuhren, dass wir dort mit aktuellem negativen Corona-Schnelltestergebnis willkommen seien. Die Übernachtungsgebühr von 20 € erschien uns zwar anfangs ziemlich hoch zu sein, aber dieser Campingplatz war eigentlich recht schön und somit seinen Preis wert: Das Gelände war weitläufig, die einzelnen Parzellen recht groß, weitgehend eben und mit einem eigenen Trinkwasser und Stromanschluss ausgestattet. Die Plätze waren bei weitem nicht alle besetzt, so dass es wirklich angenehm war, dort zu stehen. Als wir uns eingerichtet hatten, begann es leicht zu regnen. Wir verbrachten trotzdem einen schönen Abend und eine ruhige Nacht dort.

Am nächsten Morgen lachte die Sonne wieder vom Himmel. Als Dagmar nach dem Frühstück die Kamera für ein Foto vom Stellplatz fertigmachen wollte, stellte sie fest, dass sie vergessen hatte, dass Reiseobjektiv einzupacken. Mit dabei waren nur ein Makroobjektiv und 2 lange Brennweiten – was soll’s, dann müssen halt Handyaufnahmen ausreichen, um einige Reiseeindrücke festzuhalten. Wir machten wir noch einen kleinen Spaziergang auf dem Campingplatz, füllten den Wassertank auf und entsorgten das Abwasser, dann setzten wir unsere Reise fort.

 In Lüneburg steuerten wir eine Drive-in Corona-Teststation an, um bei Bedarf wieder ein tagesaktuelles Testergebnis vorlegen zu können. Vor der Station hatte sich schon eine ziemlich lange Warteschlange gebildet, so dauerte es eine Weile bis wir dran waren, aber das Testergebnis erhielten wir dann pünktlich nach 15 Minuten.

Am frühen Nachmittag erreichten wir Lübeck. Da wir noch nie dort waren, hatten wir ursprünglich vor, uns die Stadt anzusehen. Als wir aber bei der Suche nach einem Parkplatz sahen wie viele Menschen sich dort durch die Altstadtgassen schoben, beschlossen wir das Ganze auf den Besuch des Holstentors zu beschränken. Mit einem leckeren Eis danach entschädigten wir uns für den entgangenen Stadtbummel.

Von Lübeck aus fuhren wir weiter auf der 104 über Dassow nach Kalkhorst zum Abzweig nach Brook und auf dieser Straße weiter Richtung Klütz. Kurz hinter Elmenhorst sahen wir einen Hinweis auf einen Wohnmobilstellplatz in Steinbeck an der Lübecker Bucht. Wir fuhren hin. Was wir vorfanden war ein kleiner, ziemlich unebener Platz ohne irgendwelche Versorgungs- oder Entsorgungseinrichtungen. Er mit einer Schranke abgesperrt und es standen schon einige Wohnmobil darauf. Die Frau, die die Schranke bediente informierte uns über die Gebühren: Tagessatz = 10 €, wenn man dort auch übernachten möchte = 20 €. Wir machten kehrt und fuhren weiter über Klütz nach Boltenhagen. Dort sollte es laut ADAC Camping- und Stellplatzführer eine Reihe von Wohnmobilstellplätzen geben. Als wir dort ankamen, waren bereits so voll dort, dass nicht einmal versuchen wollten, dort auch noch unterzukommen.

Am Ortsausgang Richtung Tarnewitz sahen wir neben einem Nettomarkt einen gebührenfreien Park & Ride Parkplatz, auf dem schon einige Wohnmobile standen, der aber sonst recht leer war. Wir beschlossen, auch erst einmal dort zu bleiben.

Nach dem Abendessen machten noch einen Spaziergang zum nahegelegenen Hafen und entlang der Promenade an der Boltenhagenbucht. Die zwei Restaurants am Hafen waren geöffnet und relativ gut besucht, die riesige Hotelanlage entlang der Promenade schien dagegen noch geschlossen zu sein.

Als wir zu unserem MEXI zurückkamen, waren die meisten Wohnmobile verschwunden. Wir beschlossen, es darauf ankommen zu lassen und über Nacht dort zu bleiben. Auf dem Parkplatz war auch eine Corona-Teststation des DRK. Wir meldeten uns per Internet für den ersten Slot zwischen 10:00 und 10:15 Uhr an. Kurz bevor es dunkel wurden kamen noch 2 Wohnmobile dazu. Wir verbrachten hier eine ungestörte Nacht.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen machten wir noch einmal einen Spaziergang zum Hafen, um die Zeit bis zum Schnelltest zu überbrücken. Um 9:30 Uhr traf das Personal der Teststation, eine junge Frau und ein junger Mann, dort ein und bereiteten alles für die Testungen vor. Um 9:45 Uhr setzten wir uns auf die Bank vor der Station. 5 Minuten später, also vor der eigentlichen Öffnungszeit, wurden wir bereits getestet – nette Leute und toller Service, für den wir uns nur herzlich bedanken konnten.

15 Minuten später erhielten wir die Testergebnisse per Email. Als wir sie gerade ausgedruckt hatten, klopfte jemand an die Wohnmobiltür. Wolfgang öffnete, es war ein Mitarbeiter vom Ordnungsamt. Er wies uns darauf hin, dass es sich bei diesem Parkplatz um einen reinen PKW-Parkplatz handelte, auf dem wir mit dem Wohnmobil nicht stehen dürften. Wolfgang sagte ihm, dass ihm das klar wäre und wir uns aber gerade bei der Teststation hatten testen lassen und nur noch hier gewartet hatten, bis wir das Testergebnis ausdrucken konnten. Der Mitarbeiter vom Ordnungsamt meinte, das wäre in Ordnung, nur länger parken oder gar übernachten dürften wir hier nicht. Als Wolfgang ihm versicherte, dass wir das nicht vorhätten, verabschiedete er sich. Glück gehabt – einem anderen Wohnmobil, dessen Besitzer nicht am Fahrzeug waren, wurde ein Knöllchen unter den Scheibenwischer gesteckt.

Unser nächstes Ziel war Wismar. Wir waren bereits 2016 mit einem Leihmobil dort, und es hatte uns auf dem Stellplatz an Schiffbauerdamm und in der Stadt ganz gut gefallen. Mittlerweile hatte sich die Stadt in eine Großbaustelle verwandelt. Am Stadthafen schob sich eine Traube von Menschen entlang, der auf dem Stellplatz standen die Wohnmobile dicht an dicht – für uns war das kein Ort mehr zum Verweilen.

Wir fuhren weiter auf der L12 entlang der Wismarbucht Richtung Pepelow. Aber schon nach wenigen Kilometern war es vorbei mit dem Blick aufs Wasser, auch diese Straße gesperrt. Über eine Umleitungstrecke erreichten wir Pepelow, wo es laut ADAC Camping- und Stellplatzatlas einen Wohnmobilstellplatz am Salzhaff geben sollte. Es war ein Wiesenplatz direkt am Wasser, auf dem die Wohnmobile nicht ganz so dicht gedrängt standen, wie auf den anderen zuvor. Wir beschlossen erst einmal dort zu bleiben. Der Strand war nicht besonders schön, aber es machte Spaß den Kite-Surfern zuzuschauen, die sich am Wochenende hier tummelten. Wir ließen es ruhig angehen und bekamen dann auch Lust, uns mal wieder mit unserer Webseite zu beschäftigen – das wurde ja auch mal wieder Zeit.